Lehre / Vorträge


Seminar und Symposium “Die Grenze ... abstecken, auflösen, anzweifeln, bewegen, boykottieren, filmen, feiern, öffnen, reflektieren, überschreiten, untergraben, sichern, torpedieren, verschieben, ziehen”, WS 2016/17
Institut für Theorie, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
mit Prof. Dr. Dieter Daniels und in Kooperation mit der Fachklasse für Installation und Raum
Prof. Joachim Blank und Fabian Bechtle

Durch die aktuellen Migrationsbewegungen erhalten territoriale Grenzen in und um Europa eine lange nicht gekannte Bedeutung. Insbesondere jedoch sind die Außengrenzen der EU akute Konfliktzonen geworden. Das Seminar und die Tagung thematisieren die politischen, historischen, ökonomischen, sozialen und zwischenmenschlichen Bedeutungen von Grenzen.
Das Seminar ist eine Fortsetzung und Fokussierung von Themen aus dem vorigen Sommersemester, ist jedoch gleichermaßen für Neueinsteiger geeignet. Der Schwerpunkt wird auf Fragen der eigenen Handlungsspielräume und der Relevanz künstlerischer Produktion im Kontext politischer und sozialer Geschehnisse liegen. Aktuelle künstlerische und theoretische Positionen stehen dabei im Dialog mit politischen und aktivistischen Praktiken.

Seminar und Symposium “Über die Grenze”, SS 2016
Institut für Theorie, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
mit Prof. Dr. Dieter Daniels und in Kooperation mit der Fachklasse für Installation und Raum
Prof. Joachim Blank und Fabian Bechtle

Durch die aktuellen Migrationsbewegungen, auch als ‚Flüchtlingskrise’ bezeichnet, erhalten territoriale Grenzen in und um Europa eine lange nicht gekannte Bedeutung. Die seit dem Schengen-Abkommen verschwundenen Kontrollen zwischen den EU-Nachbarstaaten werden sukzessive wieder eingeführt. Insbesondere jedoch sind die Außengrenzen der EU akute Konfliktzonen geworden.
Unter dem bewusst doppeldeutigen Titel ‚Über die Grenze’ werden in diesem Seminar einerseits die politischen, historischen, sozialen und zwischenmenschlichen Bedeutungen von Grenzen untersucht. Theoretische Texte sowie exemplarische künstlerische Arbeiten werden einer Analyse unterzogen.

Tagung “Talking Back to the Media”, WS 2014/2015
Institut für Theorie, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
Kuratorische und Organisatorische Leitung

Die Rollen zwischen Sender und Empfänger sind im Fernsehen klar verteilt. Das Fernsehen spricht zu uns. In der Tagung „Talking Back to the Media“ werden Absolventen der HGB Leipzig ihre Beschäftigung mit dem Medium Fernsehen präsentieren. Dara Birnbaums titelgebendes Zitat spiegelt die Bedeutung ihrer frühen Beschäftigung mit dem Medium legt den Fokus aber gleichzeitig auf Arbeiten, die sich dem Medium TV von der Sprache her nähern.

Seminar und Symposium “Wir sind das Volk”, SS 2014
Institut für Theorie, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
Konzeption mit Prof. Dr. Dieter Daniels und Susan Baumgartl
Organisatorische Leitung: Sven Bergelt

Die berühmteste Formel für die Friedliche Revolution von 1989 lautet: „Wir sind das Volk“. Die Bedeu- tung dieser Losung für die Erinnerung an 1989 und für die Zukunft der Demokratie sorgt nach wie vor für Kontroversen. Bei der Leipziger Montagsdemonstration vom 9. Oktober 1989 wurde der Satz von den Demonstrierenden geprägt, gerichtet gegen die Allmacht der Staatspartei und gegen die gewaltbereiten Einsatzkommandos der Volkspolizei. Heute wird „Wir sind das Volk“ jedoch auch als rechtspopulistische Parole eingesetzt: In Leipzig-Schönefeld und im erzgebirgischen Schneeberg bei Demonstrationen gegen die Unterbringung von Asylbewerbern, in Leipzig-Gohlis beim Protest gegen den Bau einer Moschee.
Vor diesem Hintergrund widmet sich das Seminar den Konfliktlinien an der Schnittstelle von zeitgenös- sischer Kunst und breiter, politischer Öffentlichkeit. Seit Beginn der Moderne besteht ein zumeist gespan- ntes und ambivalentes, von gegenseitigem Unverständnis geprägtes Verhältnis von „Kunst“ und „Volk“. Anhand von künstlerischen Positionen und theoretischen Texten werden Fragen nach der Partizipation und Bürgerbeteiligung in der Kunst gestellt, gegenwärtige kunstaffine Protestformen beleuchtet sowie die Erinnerungskultur zwischen zeitgenössischem Anspruch und bürgerlichem Nutzen untersucht.

Seminar und Tagung “Re-enactment in Kunst, Medien und Politik”, WS 2013/2014
Institut für Theorie, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
gemeinsam mit Prof. Dr. Dieter Daniels

Die Praxis des Re-enactment, der Wiederaufführung, findet sich in unterschiedlichen Bereichen und Kontexten: In der bildenden Kunst werden historische Performances der 1970er Jahre live vor Publikum von Künstlern neu inszeniert, im Internet verbreiten sich viral Videos mit Re-enactments aus Hoch- und Popkultur, bei historischen Jahrestagen finden möglichst originalgetreue Nachstellungen von Schlachten oder Demonstrationen statt. Weitere Praktiken sind die Rekonstruktion (Architektur), das Remake (Kino), der Remix (Musik) und das Revival (Popstars). Original und Kopie, „wahrheitsgetreue“ oder „fikitive“ Darstellung sind oftmals eng miteinander verzahnt. Das Seminar untersucht die Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser Ansätze, begleitet von der Lektüre theoretischer Texte zum Re-enactment.

Seminar: Covering the Real, SS 2015
Abendakademie / Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

Täglich umgeben uns politische Ereignisse. In Echtzeit sind wir mit ungefilterten Informationen konfrontiert. Nie aber sind wir am Ort des Geschehens selbst. Unterschiedliche Konfliktparteien setzen mediale “Zeugnisse” ein, um global die Deutungshoheit über die Bilder zu gewinnen. Der Medienkonsument weiß schon lange nicht mehr, was und wem er glauben kann. Welche Strategien nutzen Künstler um sich mit ge- sellschafts politischen Themen, medialen Bildern und dem überstrapazierten Begriff der “Realität” auseinanderzusetzen.

Seminar: Das Material, WS 2014/2015
Abendakademie / Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

Öl auf Leinwand - klingt schon fast antiquiert im zeitgenössischen Kunstbetrieb. Nahezu jedes Material wurde in der Kunst nach 1945 verwendet. Asphalt, Müll, Elefantendung, Menstruationsblut - die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Die Materialität kann wesentlich zur inhaltlichen Bedeutung eines Kunstwerkes beitragen. In dem Kurs wollen wir unseren Blick auf künstlerische Positionen richten, die sich in ihrer Arbeit spezifischen Materialien gewidmet haben. Vor allem, soll aber eine individuelle Auseinandersetzung mit Materialien stattfinden, aus denen Arbeiten entwickelt und ein eigener künstlerischer Ausdruck gefunden wird.

Seminar: To long; Didn't Read, SS 2014
Abendakademie / Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

Kürzer, knapper, kompakter. Informationen werden im digitalen Zeitalter komprimiert aufbereitet. Die Auf- merksamkeitsspanne hat sich in den letzten Jahren extrem verkürzt. In den Siebzigern sprach Andy Warhol noch von optimistischen 15 Minuten Ruhm. Heute rechnet man in Sekunden. Gegen diesen Trend gibt es in der Bildenden Kunst Werke, die sich genau durch das Gegenteil auszeichnen. Unspektakuläre, monotone und materialintensive Arbeiten über Stunden und Tage.
In dem Kurs wollen wir uns mit Arbeiten aus beiden Feldern beschäftigen, werden Ausstellungen besuchen und Filmabende veranstalten. Ziel ist es, eigene Arbeiten zu dem Thema zu entwickeln durch die, die Teilnehmer ihren künstlerischen Ausdruck finden und die manchmal im Unterbewussten lauernde eigene Intention erkennen.

Seminar: Wiederholung und Kopie, WS 2013/2014
Abendakademie / Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

Das Wiederholen in der bildenden Kunst hat eine lange Tradition. Früher kopierte man seinen Meister, um selbst meisterlich zu werden. In den 1970er Jharen stellte man den Originalitätsanspruch in Frage und heute arbeiten Künstler häufig mit Zitaten, Bezügen, Nachstellungen und Kopien, um damit historische Vorbilder abzustecken und einen kritisch-reflektierten Blick auf die Vergangenheit, in der Gegenwart zu werfen. Andererseits hat die digitale Revolution eine “Kultur des Kopierens” hervorgebracht. Webbasierte Medien wie Youtube und Twitter leben vom Nachahmen und Re-Posten. Das teils negativ behaftete Kopieren ist zu einer Kulturtechnik avanciert.
Ähnlich wie “The Notwist” in ihrem Song “Good Lies” singen: “Let’s just imitate the real until we find a better one”, begeben wir uns auf die Suche nach dem Produktiven in der Wiederholung und nach dem Potential der Kopie.

Workshop “Ich sehe was, was du nicht siehst”, 2014
Holstenschule Neumünster in Kooperation mit der Zentrale Bildungs- und Beratungsstelle für MigrantInnen in Schleswig-Holstein e.V. (ZBBS)

In dem Workshop zwischen Jugendlichen der Holstenschule Neumünster und jungen Flüchtlingen wurde gemeinsam eine Ausstellung erarbeitet. Ziel war es die Jugendlichen mit der Flüchtlingsthematik zu berühren, die in Neumünster durch den Standort als Zentrale Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge vor der Tür liegt. Flüchtlinge die nach Deutschland kommen, werden in Erstaufnahmeeinrichtungen erfasst. In diesen zentralen Unterkünften stehen jedem Flüchtling 6 qm zur Verfügung. Während des Kunstprojektes “Ich sehe was, was du nicht siehst” wurde ein Raum mit eben dieser Grundfläche gebaut. An den Aussen- flächen und im Innenraum ist die Beschäftigung der Schülerinnen und Flüchtlingen mit Flucht, Heimat und Identität zu sehen.

Vortrag: "User-Generated-Content als Archiv- und Quellmaterial", 2012
Hochschule für Musik und Theater Leipzig (DFG gefördertes Forschungsprojekt “Verzeichnungen. Medien und konstitutive Ordnungen von Archivprozessen der Aufführungskünste” geleitet von Prof. Barbara Büscher und Prof. Dr. Franz Anton Cramer)

Ermöglicht durch die Medientechnologien des Web 2.0 hat sich seit Mitte der 2000er Jahre ein kulturelles Nachahmungsphänomen im Internet entwickelt. In kurzen Zeitspannen tauchen immer neue, sportlich, musikalisch oder künstlerisch motivierte Bilder und Videos auf, die, viral verbreitet und massenhaft nach- geahmt, zu populärkulturellen Internet-Memes avancieren. Anhand der mehrteiligen Arbeit „I’m too sad to tell you“ des Konzeptkünstlers Bas Jan Ader und deren Nachahmungen und Adaptionen wird hier beispiel- haft untersucht, inwiefern der über die Videoplattformen erstellte User-Generated-Content als Archiv- und Quellenmaterial für eine künstlerische Forschung fungieren kann.

Workshop: “Warum sehen wir Tiere an ?”, 2012
HGB Leipzig im Fachbereich Fotografie in Kooperation mit der LKJ Sachsen e.V,, zusammen mit Jonas Wilisch

Der (Leipziger) Zoo als hypernaturalistische Akkumulation soll Ort und Sujet unseres Workshops sein. Hier wo Lebendigkeit ausstellbar wird, soll in unserem Workshop der Blick vom Exotischen abgewendet und dem Profanen zugewendet werden. Fotografieworkshop für Jugendliche